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240 Customer Care und Callcenter, über 25000 Mitarbeiter – dies sind die Größenordnungen, die man sich betrachten muss, wenn man über Callcenter in der Hauptstadt Deutschlands spricht.
Die hervorragende Infrastruktur, ein großes Potenzial an qualifizierten Arbeitskräften, ein moderates Gehaltsniveau und preiswerte Büroflächen haben Berlin in den letzten Jahren zu einem attraktiven Standort für viele Callcenterbetreiber werden lassen. So befinden sich hier viele Dienstleister im Auftrag von bekannten Unternehmen. Beispielhaft sind zu erwähnen: Ticketverkauf im Namen verschiedener Fluggesellschaften, Bestellannahme für Shoppingkataloge, Mieterservice für Wohnungsbaugesellschaften, Vertragsberatung für Telekommunikationsfirmen, Wechselservice für Gas- und Stromanbieter, Umfragen, Hotlines für den IT-Support, Mitarbeit in der Kundenrückgewinnung, Behördenhotlines und nicht zuletzt die Reklamationsbearbeitung diverser Firmen.
Die Zeiten, dass Callcenter überwiegend damit beauftragt waren, soviel wie möglich Lotterielose an überwiegend ältere Damen und Herren zu verkaufen, sind endgültig vorbei. Der moderne Callcenterarbeitsplatz ist anspruchsvoll, bietet langfristige Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten. Gefragt sind Mitarbeiter mit Organisationstalent, Affinität zu moderner Telekommunikations- und Datenverarbeitungstechnik, umfassenden Bürokenntnissen, Berufsabschluss und vor allem Freude am Telefonieren, ein Lächeln in der Stimme und hoher Auffassungsgabe. Diese Branche bietet jedoch auch Quereinsteigern aus z.B. dem handwerklichen Bereich und dem Pflegebereich einen Einstieg, sofern solide Grundkenntnisse am PC existieren und sorgt damit für eine Perspektive bei Arbeitssuchenden, die aus den verschiedensten Gründen ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können oder wollen. Bestehen flüssige Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere im Englischen oder in den osteuropäischen Sprachen, ist ein Arbeitsplatz häufig auch ohne Berufserfahrung und ohne Berufsausbildung innerhalb kürzester Zeit gegeben.
Eine Besonderheit in vielen Callcentern ist die Familienfreundlichkeit. Gerade Alleinerziehende bekommen häufig die Möglichkeit, die Arbeitszeiten flexibel an die Kinderbetreuung anzupassen und somit selbst für ihr Einkommen sorgen zu können. Laut einer Studie planen 55% aller Callcenter in der Hauptstadt im Jahr 2010 Neueinstellungen. Damit der Arbeitskräftebedarf gedeckt werden kann und die Betreuung der Kunden auf hohem Niveau gewährleistet wird, haben sowohl die Industrie- und Handelskammer als auch die Bundesregierung reagiert. Seit 2006 gibt es die 3-jährige betriebliche Ausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing und die 2-jährige betriebliche Ausbildung zur Servicefachkraft - Dialogmarketing. Quereinsteiger können über Kurse der Industrie- und Handelskammer bzw. über zahlreiche andere Bildungsträger zu zertifizierten Callcenter-Agenten oder Teamleitern weitergebildet werden.
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